Der Mythos vom „frischen Kaffee“ – warum gereifter Kaffee oft besser ist
In der Kaffeewelt hält sich hartnäckig ein Mythos: Kaffee muss frisch sein, um gut zu schmecken. Doch wie so oft in der Welt des Genusses stimmt das nur teilweise – und manchmal ist sogar das Gegenteil der Fall. Tatsächlich kann gereifter Kaffee aromatischer, ausgewogener und sogar gesünder sein.
Was „frischer Kaffee“ wirklich bedeutet
Viele Röstereien werben mit dem Versprechen von „frisch geröstetem Kaffee“. Aber: Nach der Röstung muss der Kaffee zunächst ruhen, damit sich die Aromen harmonisieren können. Häufig wird der frisch geröstete Kaffee in großen Silos gelagert – und hier beginnt das Problem: Diese Silos sind nicht immer vollständig luftdicht. Sauerstoff und Feuchtigkeit gelangen hinein – die beiden größten Feinde des Kaffees.
Sie fördern Oxidation und Alterung, wodurch die Aromen verblassen und bittere Noten entstehen können. Zusätzlich sind große Silos schwer zu reinigen. Rückstände älterer Chargen oder feine Ölfilme können die Qualität beeinträchtigen und den Geschmack negativ beeinflussen.
Kaffee und Acrylamid – was die Wissenschaft sagt
Ein weiterer Aspekt, der selten erwähnt wird: Acrylamid im Kaffee.
Diese Substanz entsteht ganz natürlich beim Rösten – ähnlich wie beim Backen oder Toasten.
Laut wissenschaftlichen Studien aus Schweden baut sich der Acrylamidgehalt nach der Röstung allmählich ab. Nach etwa zwei bis drei Monaten ist der Gehalt bereits deutlich reduziert – allein durch natürliche chemische Prozesse. Das bedeutet: Ein „älterer“ Kaffee kann tatsächlich gesünder sein als ein ganz frischer.
Arabica, Robusta und der Röstgrad – zwei entscheidende Faktoren
Nicht jeder Kaffee reift gleich. Entscheidend sind vor allem:
1. Arabica vs. Robusta
- 100 % Arabica-Kaffee enthält von Natur aus weniger Acrylamid.
- Mischungen mit Robusta-Bohnen entwickeln mehr davon – sie sollten idealerweise erst nach etwa vier Monaten genossen werden.
2. Röstgrad
- Dunkel gerösteter Kaffee (italienischer Stil) enthält weniger Acrylamid als hell gerösteter.
- Je dunkler die Röstung, desto stärker wurde die Acrylamidverbindung beim Rösten bereits abgebaut.
- Daher gilt: Ein kräftig gerösteter Espresso ist nicht nur geschmacklich intensiver, sondern oft auch schonender.
Warum Lucaffè auf „gereiften Kaffee“ setzt
Bei Lucaffè steht Qualität über allem – und die entsteht nicht durch Eile, sondern durch Sorgfalt und Erfahrung. Unsere Kaffees wurden mehrfach ausgezeichnet – sogar dann, wenn sie 10 bis 12 Monate nach der Röstung verkostet wurden.
Das Geheimnis: Das Caffè Gourmet System
Lucaffè setzt auf ein einzigartiges Verfahren, das Frische und Reife perfekt verbindet:
- Der Kaffee wird sofort nach der Röstung verpackt, ohne Zwischenlagerung.
- Die Verpackung erfolgt in einer Schutzatmosphäre aus Stickstoff – ohne Sauerstoff, ohne Feuchtigkeit.
- Dosen und Pads schützen das Aroma dauerhaft, ohne dass Konservierungsstoffe nötig sind.
Das Ergebnis:
Unsere Lucaffè Caffè-Pads bleiben bis zu 24 Monate frisch und aromatisch. Auch Lucaffè Kaffeebohnen behalten dank des Systems ihren vollen Charakter und ihr typisches italienisches Aroma.
Fazit: Gereifter Kaffee ist oft der bessere Kaffee
Wer glaubt, dass nur „frischer Kaffee“ gut ist, übersieht die Feinheiten der Natur.
Ein Kaffee, der 7–8 Monate nach der Röstung genossen wird, zeigt häufig den rundesten Geschmack, weniger Bitterstoffe und einen niedrigeren Acrylamidgehalt. Lucaffè beweist: Der beste Kaffee ist nicht der jüngste – sondern der, der in Ruhe reifen durfte.